Go to Top

Wie wird der Heizölverbrauch bei der Nebenkostenabrechnung berücksichtigt?

Ihr Vermieter legt für die Berechnung der Heizkosten in der Nebenkostenabrechnung beim Heizölverbrauch das gekaufte Heizöl zu Grunde – Darf er das? Wie muss denn der Heizölverbrauch in der Nebenkostenabrechnung angegeben werden? Reicht die Rechnung über die Kosten für die Ölbeschaffung aus? Im Zusammenhang mit der richtigen Abrechnung der Heizkosten bei der Verwendung von Heizöl tauchen für Vermieter und Mieter so einige Frage auf, wie man nun genau rechtlich wirksam abrechnet. Das ist letztlich auch der Heizkostenverordnung geschuldet, die bei den Heizkosten eine verbrauchsabhängige Nebenkostenabrechnung verlangt. In der Praxis ist die Umsetzung dann manchmal nicht so klar und es schleichen sich Fehler ein.

Der nachfolgende Artikel erklärt deshalb in Kürze wie der Heizölverbrauch bei der Nebenkostenabrechnung berücksichtigt wird.

I. Notwendige Angaben in Nebenkostenabrechnung für Heizölverbrauch

Damit der Mieter die Abrechnung der Heizkosten auch gut nachvollziehbaren kann, muss man als Vermieter einige detailliertere Angaben dazu in der Nebenkostenabrechnung machen und unter Umständen Belege und Berechnungen beilegen. Der Mieter muss nämlich das „Rechenwerk“ des Vermieters verstehen können.

1. Mindestinhalt der Heizkostenabrechnung

Zunächst muss man wissen, dass auch die Heizkostenabrechnung gewisse Mindestangaben erfordert, damit die Heizkostenabrechnung formell wirksam ist. Dabei ist es egal, ob die Abrechnung der Heizkosten separat oder als Bestandteil der Nebenkostenabrechnung erfolgt.

Dazu gehört die Angabe der Gesamtkosten und die Angabe samt Erläuterung des Verteilerschlüssels, die Mitteilung des auf den Mieter entfallenden Betrages sowie der Abzug seiner Vorauszahlungen (LG Itzehoe, Urteil vom 19. Dezember 2014, Az.: 9 S 3/14). Bei der Abrechnung des Heizölverbrauchs bedeutet das die summenmäßige Angabe der Verbrauchswerte und der dafür angefallenen Kosten (BGH, Urteil vom 25. November 2009, Az.: VIII ZR 322/08).

Alles Wichtige zur Heizkostenabrechnung finden Sie hier in einer Übersicht: Heizkostenabrechnung: A bis Z.

2. Heizölverbrauch richtig bestimmen: Angabe von Anfangs- und Endbestand

Damit der richtige Heizölverbrauch berücksichtigt werden kann, muss er auch ordnungsgemäß bestimmt werden: Bei der Nebenkostenabrechnung ist nur der Verbrauch der Mieter während des Abrechnungszeitraums als Heizölverbrauch maßgeblich.

Das bedeutet, dass nur das Heizöl, was tatsächlich von den Mietern während der Abrechnungsperiode verbraucht wurde, in der Nebenkostenabrechnung als Heizölverbrauch angesetzt werden kann.

Erforderlich ist dafür aber, dass bezüglich der verbrauchten Menge ein Anfangs- und Endbestand ausgewiesen wird. Nur so kann man den konkreten Heizölverbrauch herausfinden.

Beispiel: Im Jahr 2016 U hat der Vermieter Heizöl mit einem Lieferumfang von 1500 Litern Heizöl angekauft, im Jahr 2017 mit einem Lieferumfang von 3000 Litern. Zum 1.1.2017 waren 1000 Liter Heizöl im Tank. Zum 31.12.2017 befanden sich noch 2000 Liter Heizöl im Tank.

  • In der Nebenkostenabrechnung für das Jahr 2017 ist nun Folgendes anzugeben: der Anfangsbestand des Heizöls betrug 1000 l und der Endbestand betrug 2000 l. Der Zukauf von 3000 Litern Heizöl im Abrechnungszeitraum erhöht den Anfangsbestand auf 4000 l Heizöl. Bei einem Endbestand von 2000 l Heizöl bedeutet das, dass die Mieter 2000 m Heizöl während des Abrechnungszeitraums U verbraucht haben. Der Heizölverbrauch ist daher mit 2000 Litern anzugeben und abzurechnen.

Eine Nebenkostenabrechnung die bei den Heizkosten nur die Beträge des Heizölankaufs abrechnet, ist nicht wirksam. Der Mieter kann die Nebenkostenabrechnung dann bezüglich der Heizkosten als nicht ordnungsgemäß zurückzuweisen nach § 556 Abs. 3 Satz 5 BGB.

3. Berechnungsdetails und Rechnungen nicht zwingend erforderlich

Für eine ordnungsgemäße Abrechnung über Brennstoffkosten muss man keine Belege und Rechnungen beifügen. Außer der Mieter fordert ausdrücklich Belegeinsicht.

Nach Ansicht des Bundesgerichtshofs ist nämlich ein aus sich heraus vollständige Überprüfbarkeit der Angaben auf ihre materielle Richtigkeit nicht erforderlich, sondern bleibt einer auf Verlangen des Mieters zu gewährenden Belegeinsicht vorbehalten (BGH, Urteil vom 25. November 2009, Az.: VIII ZR 322/08).

II. Einzelverbrauch festlegen

Ist der gesamte Heizölverbrauch eines Mietshauses bestimmt, erfolgt die Umlage des Mieteranteils. Der Heizölverbrauch eines einzelnen Mieters ergibt sich dabei regelmäßig durch die Ablesewerte der Endgeräte beziehungsweise der Heizkörper.

III. Fazit

Für die ordnungsgemäße Abrechnung des Heizölverbrauchs bei der Nebenkostenabrechnung, bedarf es nur weniger Schritte. Entscheidend ist, dass nur der tatsächliche Verbrauch im Abrechnungszeitraum auf den Mieter umgelegt werden kann. Vermieter sollten sich daher immer am Anfangs- und Endbestand des Heizöltanks, mit den entsprechenden Zukäufen im Kalenderjahr orientieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.