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Mindestangaben in der Nebenkostenabrechnung

Der Vermieter ist verpflichtet, nach Ablauf der Abrechnungsperiode die Nebenkostenabrechnung zu erstellen. Diese muss gewisse Mindestabgaben enthalten. Nur so ist der Mieter in der Lage, die Nebenkostenabrechnung des Vermieters nachzuprüfen und rechnerisch nachzuvollziehen.

Zugleich soll der Mieter erkennen, ob und in welcher Höhe er mit einer Nachforderung des Vermieters konfrontiert wird oder in welcher Höhe er eine Erstattung beanspruchen kann.

Nur eine formell ordnungsgemäße Nebenkostenabrechnung, die gewisse Mindestangaben enthält, begründet einen Nachforderungsanspruch des Vermieters. Eine bestimmte Form der Abrechnung schreibt das Gesetz nicht vor. Allerdings ergibt sich die Verpflichtung zur Abrechnung aus § 259 BGB. Danach muss die Rechnungslegung in übersichtlicher und nachprüfbarer Weise erfolgen. Dies setzt gewisse Mindestangaben voraus. Sie ergeben sich aus dem Sinn und Zweck der Nebenkostenabrechnung.

Formelle Mindestangaben in der Nebenkostenabrechnung

Die Rechtsprechung hat die formellen Anforderungen an eine ordnungsgemäße Nebenkostenabrechnung stetig ausgedehnt. Sie muss folgende Mindestangaben enthalten:

1. Namen und Adresse des Vermieters (Hausverwaltung)

2. Name und Adresse des Mieters

3. Angabe des Abrechnungszeitraumes (Datum von … / Datum bis …) – Abrechnungszeitraum maximal ein Jahr, (bei Mieterwechsel nur der Zeitraum, in dem der Mieter die Wohnung bewohnt hat)

4. Bezeichnung des Mietobjekts (Ort, Straße, Haus, Etage, Wohnung)


5. Angabe und Aufgliederung der einzelnen Kostenarten gemäß Vereinbarung im Mietvertrag, individuell oder gemäß § 2 Nr. 1 – 16 BetrKV (Grundsteuer, Hauswart, Wasserversorgung, Müllabfuhr, pp)

6. Angabe sonstiger Betriebskosten im Sinne des § 2 Nr. 17 BetrKV

7. Angabe der Gesamtkosten jeder einzelnen Kostenart (Heizenergie, Müll pp), gesamter Rechnungsbetrag einer Dienstleistung, auch wenn nur ein Teil umlegbare Nebenkosten sind, ggf. Aufteilung nach Wohn- und Gewerbeeinheiten, Berücksichtigung von Leerständen

8. Angabe und Erläuterung des im Mietvertrag vereinbarten Umlageschlüssels (Wohnfläche, Personenzahl, Wohneinheiten)

9. Berechnung des Nebenkostenanteils des Mieters je Betriebskostenart (Umlageanteil im Verhältnis zum Gesamtobjekt, Beispiel: Gesamtwohnfläche 500 m², Wohnung Mieter: 60 m², Angabe von Miteigentumsanteilen)

10. Summe der Vorauszahlungen des Mieters

11. Angabe des Rechnungssaldos: Erstattungsguthaben des Mieters / Nachforderung des Vermieters

4 Antworten auf "Mindestangaben in der Nebenkostenabrechnung"

  • Peter Scheuer
    18. Juli 2017 - 13:25 Antworten

    Meine Frau putzt die Kellerräume und das Treppenhaus nach putzplan. Wir bekommen dafür 70 Euro Miete erlassen, macht im Jahr 840 Euro. Auf der Nebenkosten Abrechnung ist dieser Betrag von 840 Euro durch die drei wohnparteien geteilt. Das heisst wir sollen anteilmäßig 280 zahlen. Das kann doch nicht richtig sein das wir dafür arbeiten und dann am Ende des Jahres anteilmäßig zurückzahlen sollen.

    • Dennis Hundt
      22. Juli 2017 - 17:36 Antworten

      Hallo Peter,

      genau so ist es korrekt und das macht auch absolut Sinn.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

    • Sabine
      6. Februar 2018 - 11:53 Antworten

      Die Aufteilung ist korrekt. Auch bei auswärtiger Vergabe müsste ja ein Anteil bezahlt werden. Nur ein Tip mal: Klären wie Sie versichert sind, wenn etwas passiert.

  • Andreas K.
    18. November 2017 - 12:29 Antworten

    Auf Anfrage nach Einsicht in die Belege wurde mir mitgeteilt, dass ich zu den Bürozeiten jederzeit Einblick in die Belege nehmen können. Es wurden aber weder Bürozeiten noch eine Adresse angegeben.
    Dabei ist mir aufgefallen, dass auf der Nebenkostenabrechnung auch nur Postleitzahl, Stadt und Postfach angegeben wurden.

    Reichen bei der Angabe der Adresse Stadt und Postfach für die formellen Mindestangaben oder müssen auch Straße und Hausnummer angegeben werden?
    Unter Adresse verstehe ich eigentlich Stadt, Straße und Hausnummer.

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