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Nebenkosten: Ungezieferbekämpfung

Zum Glück ist der Ungezieferbefall in Immobilien selten geworden. Findet sich dennoch Ungeziefer ein, muss der Vermieter einschreiten. Demgemäß ermöglicht es § 2 Nr. 9 BetrKV dem Vermieter, die Kosten der Ungezieferbekämpfung als umlegbare Nebenkosten dem Mieter in Rechnung zu stellen.

In Formularmietverträgen findet sich oft eine Klausel zur Ungezieferbekämpfung. Viele dieser Klauseln sind jedoch unwirksam. So kann der Mieter nicht generell zur Ungezieferbekämpfung innerhalb seiner Wohnung verpflichtet werden (LG  Hamburg NZM 2001, 853), ebensowenig für Schäden haftbar gemacht werden, die durch die Nichtbeseitigung von Ungeziefer entstehen (OLG  Frankfurt WuM 1992, 61).

Nur präventive Kosten der Ungezieferbekämpfung sind umlegbar

Umlegbar sind laufende und regelmäßig anfallende Kosten zur Ungezieferbekämpfung. Einmalig entstehende Kosten sind nicht umlagefähig (LG Siegen WuM 1992, 630). Einzelfallmaßnahmen sind die Beseitigung eines Wespennestes im Dachstuhl (AG Freiburg WuM 1997, 471), die Bekämpfung eines Ameisen- oder Schabenbefalls oder einer Ratten- oder Mäuseplage oder Maßnahmen gegen Taubenkot.

Präventive Maßnahmen hingegen sind laufende Kosten, auch dann, wenn sie im Abstand von mehreren Jahren anfallen.  Teils wird

ein  Turnus von 4 Jahren akzeptiert. Der Vermieter darf nicht nur die Kosten für gemeinschaftlich benutzte Flächen umlegen, sondern auch die Kosten für in einer einzelnen Wohnung entstandene Ungezieferbekämpfungsmaßnahme (Schmid  Mietrecht S. 797).  Hier gilt das Motto, es kann jeden treffen,  also ist jeder zu beteiligen.

Bei gemischten Immobilien mit Gewerbeanteil wird eine getrennte Ermittlung nach Wohn- und Gewerbeflächen nur verlangt, wenn der Gewerbebetrieb besonders ungezieferanfällig ist und dadurch Zusatzkosten verursacht werden (Schmid Mietrecht S.797).

Jeder Mieter muss darauf achten, kein Ungeziefer oder Schädlinge einzuschleppen. In diesem Fall kann der Vermieter die Kosten der Ungezieferbekämpfung als Schadensersatz fordern (AG  Hamburg WuM 2002, 266),  sofern er einen Verschuldensnachweis führt.

3 Antworten auf "Nebenkosten: Ungezieferbekämpfung"

  • Gertzmann
    15. April 2016 - 08:53 Antworten

    Wenn der Mieter von nebenan durch Fogelfutter auf dem Balkon Mäuse anlockt, und der Vermieter einern Schädlingsbekämpfung einsetzt, muß ich und die anderen Mieter die Kosten dafür bezahlen ( in den Nebenkostenabrechnung )
    MfG Gertzmann

  • Beckert
    18. März 2017 - 12:07 Antworten

    Wir sind eine Eigentümergemeinschaft von 7 Mietparteien. 2016 musste ein Wespennest am Haus entfernt werden. Die Kosten dafür betrugen 80,– EUR. Dieser Betrag wurde auf die Mieter umgelegt. Meine Mieterin betraf das mit einem Anteil von 10,55 EUR. Sie meint, dass dieser Betrag vom Vermieter zu tragen sei ud will ihn vom Gesamtbetrag der Nachzahlung abziehen. Ist das rechtens ?

    Über eine baldige Antwort würde ich mich freuen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Sylvia Beckert

    • Dennis Hundt
      20. März 2017 - 10:24 Antworten

      Hallo Sylvia,

      der Fall „Wespennest“ findet sich oben im Artikel.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

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