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Nebenkostenabrechnung: Berechnung von Babys, Kleinkindern und Kindern

Die Nebenkostenabrechnung basiert auf der Grundlage des vereinbarten Verteilungsschlüssels/ Umlageschlüssels der Nebenkosten. Maßgebend ist hierzu die Vereinbarung im Mietvertrag. Soweit die Parteien mietvertraglich nichts anderes vereinbart haben, wird der Vermieter die Nebenkosten regelmäßig nach dem Anteil der Wohnfläche umlegen (§ 556 BGB).

Die Anwesenheit von Babys, Kleinkindern oder Kindern wirkt sich im Hinblick auf die Nebenkosten, soweit diese nicht verbrauchsabhängig abgerechnet werden ( Energieverbrauch), faktisch nicht aus, da Nebenkosten wie Müllgebühren, Schornsteinfeger, Gebäudeversicherung u.a. unabhängig davon anfallen, welches Alter ein Familienmitglied im Haushalt des Mieters hat.

Abrechnung nach der Wohnfläche

Wird nach der Wohnfläche abgerechnet, spielt die Anwesenheit von Babys, Kleinkindern oder Kindern in der Wohnung des Mieters zumindest in Bezug auf den Abrechnungsmaßstab keine Rolle. Auch durch einen eventuell bedingten Mehrverbrauch ändert sich am Abrechnungsmaßstab als solchem nichts. Gleiches gilt, wenn nach umbautem Raum abgerechnet wird. Bei Kleinkindern wird es aber eher so sein, dass der Verbrauch unter dem Verbrauch eines Erwachsenen liegt.

Die Anwesenheit von Kindern wirkt sich allenfalls insoweit aus, als der Verbrauch beispielsweise im Hinblick auf die Warmwasserkosten ansteigt und sich insoweit in der Nebenkostenabrechnung ein höherer Ansatz niederschlägt. Im Übrigen kann der Vermieter einem erhöhten Verbrauch dadurch Rechnung tragen, dass er die monatlichen Vorauszahlungen auf die Nebenkosten anpasst. Gemäß der Heizkostenverordnung ist er ohnehin verpflichtet, mindestens 50 % des Energieverbrauchs des Mieters verbrauchsabhängig abzurechnen.

Abrechnungsmaßstab Personenzahl: Berechnung von Babys, Kleinkindern und Kindern

Nicht viel anders ist die Situation, wenn als Verteilungsschlüssel die Personenzahl in der Wohnung des Mieters vereinbart wurde. Die Anwendung dieses Umlegungsmaßstabs wird vielfach als gerechter empfunden, als die Verteilung nach der Wohnfläche, weil mehr Personen auch mehr Betriebskosten verursachen. Auch hier sind mindestens 50 % des Energieverbrauchs immer verbrauchsabhängig abzurechnen.

Dabei ist es grundsätzlich unzulässig, für Babys, Säuglinge, Kleinkinder oder Kinder Zuschläge oder Abschläge zu erheben oder zu verlangen (AG Bergisch Gladbach WuM 1994, 549). Gleichermaßen bleiben sonstige Umstände, die mit den Bewohnern und ihren Lebensgewohnheiten zusammenhängen, außen vor (LG Mannheim NZM 1999, 365).

Allerdings können Vermieter und Mieter die Heranziehung solcher Umstände mietvertraglich vereinbaren (AG Hannover WuM 2001, 469). Dann kommt es darauf an, eine solche Vereinbarung individuell und so zu gestalten, dass ein klarer Abrechnungsmaßstab festzustellen ist.

14 Antworten auf "Nebenkostenabrechnung: Berechnung von Babys, Kleinkindern und Kindern"

  • Sandra Veith
    19. Januar 2016 - 13:37 Antworten

    Hallo,
    ich bin Eigentümerin in einem Mehrfamilienhaus. Hier werden die Nebenkosten nach Personenzahl abgerechnet, seit 10 Jahren zahle ich für meine Tocher und mich 1,5 Anteile.
    Nun fordern die anderen Eigentümerinnen plötzlich, dass ich für meine Tochter einen vollen Anteil zahlen soll.
    Muss ich dem zustimmen?
    (Verbrauchskosten wie Strom, Heizung, Wasser Waschmaschine laufen über eigene Zähler).
    Und wenn ja, gäbe es da nicht auch sowas wie ein Gewohnheitsrecht.
    Schriftlich fixiert ist nirgendwo irgendwas dazu.

    Über eine Antwort würde ich mich sehr sehr freuen,
    herzlichen Dank im Voraus
    Sandra

    P.S. In den unteren Wohnungen (Altersvorsorge meiner Mutter) wohnen auch zwei Frauen mit jeweils einem Kind. In den Mietverträgen ist eine Pauschale pro Monat Vorauszahlung für die Nebenkosten vereinbart (die entsprechend jährlich abgerechnet wird.) Allerdings ist nirgendwo im Mietvertrag festgehalten worden, dass die Ab-, Berechnung nach Personen Verteilschlüssel statt nach Wohnungsgröße geschieht. Was kann hier schlimmstenfalls passieren? Szenario: die beiden bestehen plötzlich auf Berechnung nach Quadratmetern. Dem müssten die anderen Eigentümer der HAusgemeinschaft ja sicher zustimmen, oder? Tun diese das nicht, muss meine Mutter die neue qm-Abrechnung dann gestatten und die Minusdifferenz dann selber tragen? Sollte ich eine entprechende Ergänzung in den Mietverträgen vornehmen?

    • Dennis Hundt
      19. Januar 2016 - 14:15 Antworten

      Hallo Sandra,

      als Mieter ist allein der Mietvertrag entscheidend. Als Eigentümer ist man den gemeinschaftlichen Entscheidungen verpflichtet. In meinen Augen gibt es auch keinen Grund für ein Kind eine halbe Person anzusetzen, siehe Artikel oben.

      Wenn Eigentümer in Ihren Mietvertragen von den Vereinbarung der Gemeinschaft abweichen, tragen sie dafür auch das Risiko. Lassen Sie sich bei Bedarf bitte rechtlich beraten.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

  • Sandra Veith
    20. Januar 2016 - 09:27 Antworten

    1000 Dank, lieber Herr Hundt. Das war sehr nett von Ihnen. Ich bin ein großer Fan Ihrer Seite, hat mir schon oft gehoflen. Inhaltlich sehr hilfreich und klar strukturiert, für Otto-Normalverbraucher verständlich und optisch ansprechend gestaltet. Bravo!
    Ich hoffe, Sie verdienen bei all dem Webite pflegen auch noch Geld… 😉 Leider sitzen Sie nicht in Bremen, sonst wären Sie ganz sicher der Berater meiner Wahl… 😉
    Lieben Gruß
    Sandra-M. Veith

    • Dennis Hundt
      20. Januar 2016 - 10:59 Antworten

      Hallo Frau Veith,

      besten Dank für die Blumen. Ich freue mich, wenn ich Ihnen helfen konnte.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

  • Färber
    8. Juni 2016 - 11:13 Antworten

    Hallo Herr Hundt,

    ich bin beim stöbern auf Ihre Seite gestoßen.
    Meine Frage an Sie.

    Ich habe seit 01.06.2016 meine Eigentumswohnung zum ersten mal vermietet. Eingezogen ist ein Pärchen mit einem Kleinkind (ich schätze 1 Jahr alt). Nun würde ich gern wissen, wie ich die Kleine in den Nebenkosten mit einrechne. Zählt sie als 1 volle Person oder nur 0,5? So richtig schlau werd ich aus dem ganzen nicht.

    Schöne Grüße
    Anja F.

    • Dennis Hundt
      8. Juni 2016 - 18:21 Antworten

      Hallo Anja,

      es ist einfacher als Sie denken, Sie berechnen ein Kind als volle Person „Dabei ist es grundsätzlich unzulässig, für Babys, Säuglinge, Kleinkinder oder Kinder Zuschläge oder Abschläge zu erheben oder zu verlangen (AG Bergisch Gladbach WuM 1994, 549).“.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

      • Erika
        25. Juli 2017 - 19:07 Antworten

        Hallo Herr Hundt, was ist denn mit Zuschlägen und Abschlägen gemeint?
        Wir wohnen im Eigentum im Mehrfamilienhaus und unser Hausverwalter hat unser Baby als ganze Person veranschlagt (25€ mehr Hausgeld monatlich ).
        Herzliche Grüße,
        Erika

  • Jana F.
    3. März 2017 - 10:45 Antworten

    Hallo Herr Hundt,

    ich bin Mieterin in einem Mehrfamilienhaus mit drei Wohnungen. Wir sind zu dritt (mit Kleinkind 1 Jahr). In einer der anderen Wohnungen ist ein Familienmitglied der Vermieterin mit ihren 3 Kindern eingezogen, d. h. sie wohnen zu viert in der Wohnung. Nun hat die Vermieterin uns mitgeteilt, dass für diese Wohnung nur 1,5 Kinder gezählt werden, d. h. 2,5 Personen. Die Begründung von ihr war, dass die Eltern der Kinder getrennt leben und die Kinder alle ein bis zwei Wochen beim Vater, d. h. nicht immer da sind. Ist finde das ungerecht weil wir jetzt mehr Kosten umgelegt bekommen obwohl wir weniger Personen im Haushalt sind und eine viel kleinere Wohnung haben. Ist diese Vorgehensweise bzw. Verteilung rechtens?

    MfG
    Jana F.

    • Dennis Hundt
      3. März 2017 - 16:36 Antworten

      Hallo Jana,

      ich würde versuchen zu argumentierten, dass die Kinder dort „Nebenkosten zahlen“ wo Sie gemeldet sind. Wenn Sie beim Elternteil zu Besuch sind, werden sie hingegen als Besuch gezählt.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

      • Karin Koenig
        9. Mai 2017 - 11:17 Antworten

        Hallo Herr Hundt, hätte gerne gewusst ob ein Baby bei der Muellkostenabrechnung als volle Person berücksichtig werden muss.(Windeln entsorgen)
        Mit freundlichen Grüßen Karin Koenig

  • Sabrina Germann
    19. November 2017 - 14:26 Antworten

    Hallo Herr Hundt,

    auch ich hätte eine Frage zu Babys / Kleinkindern bzgl Nebenkostenabrechnung.
    Kurz zu meiner Situation:

    Ich bin Mieterin in einem Mehrfamilienhaus. Bei den Nebenkosten ist es so, dass alles (also auch Wasser) auf die Wohnungen(nach qm berechnet) umgelegt werden, da noch nicht alle Wohnungen mit einem eigenen Wasserzähler ausgestattet sind (meine schon und eine andere auch).
    Jetzt hat das Paar in der anderen Wohnung mit eigenem Wasserzähler Nachwuchs bekommen und hierdurch ja vermutlich auch einen höheren Wasserverbrauch. Ich persönlich sehe aber nicht ein, dies mitzutragen, da ich bedingt durch viel Sport kaum zu Hause Dusche.
    Sollte sich bei der Nebenkostenabrechnung jetzt gravierend etwas ändern, kann ich dann verlangen, dass in Zukunft der Wasserverbrauch für meine Wohnung genau abgerechnet wird?

    Ich hoffe ich konnte verständlich erklären, was ich meine..
    Über eine Antwort würde ich mich freuen.

    • Dennis Hundt
      19. November 2017 - 15:18 Antworten

      Hallo Sabrina,

      als Mieter würde ich auf eine Verbrauchsabhängige Abrechnung bestehen, wenn in meiner Wohnung Wasserzähler verbaut sind.

      Viele Grüße

      Dennis

  • Anna Müller
    27. Dezember 2017 - 19:33 Antworten

    Hallo Herr Hundt,

    ich bin Mieterin und habe in August Nachwuchs bekommen. Wie wird das in der Nebenkostenabrechung berücksichtigt? Ich sehe nicht ein, dass der Nachwuchs für das ganze Jahre (von Januar bis Dezember) berücksichtigt wird, wenn es doch erst seit August bei uns ist.

    Danke für Ihre Antwort!

    Viele Grüße

    Anna

    • Dennis Hundt
      27. Dezember 2017 - 20:25 Antworten

      Hallo Anna,

      geben Sie dem Vermieter Bescheid – ich bin sicher, es wir nur für August bis Dezember eine Erhöhung geben.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

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