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Wie wird der Heizölverbrauch bei der Nebenkostenabrechnung berücksichtigt?

Ihr Vermieter legt für die Berechnung der Heizkosten in der Nebenkostenabrechnung beim Heizölverbrauch das gekaufte Heizöl zu Grunde – Darf er das? Wie muss denn der Heizölverbrauch in der Nebenkostenabrechnung angegeben werden? Reicht die Rechnung über die Kosten für die Ölbeschaffung aus? Im Zusammenhang mit der richtigen Abrechnung der Heizkosten bei der Verwendung von Heizöl tauchen für Vermieter und Mieter so einige Frage auf, wie man nun genau rechtlich wirksam abrechnet. Das ist letztlich auch der Heizkostenverordnung geschuldet, die bei den Heizkosten eine verbrauchsabhängige Nebenkostenabrechnung verlangt. In der Praxis ist die Umsetzung dann manchmal nicht so klar und es schleichen sich Fehler ein.

Der nachfolgende Artikel erklärt deshalb in Kürze wie der Heizölverbrauch bei der Nebenkostenabrechnung berücksichtigt wird.

I. Notwendige Angaben in Nebenkostenabrechnung für Heizölverbrauch

Damit der Mieter die Abrechnung der Heizkosten auch gut nachvollziehbaren kann, muss man als Vermieter einige detailliertere Angaben dazu in der Nebenkostenabrechnung machen und unter Umständen Belege und Berechnungen beilegen. Der Mieter muss nämlich das „Rechenwerk“ des Vermieters verstehen können.

1. Mindestinhalt der Heizkostenabrechnung

Zunächst muss man wissen, dass auch die Heizkostenabrechnung gewisse Mindestangaben erfordert, damit die Heizkostenabrechnung formell wirksam ist. Dabei ist es egal, ob die Abrechnung der Heizkosten separat oder als Bestandteil der Nebenkostenabrechnung erfolgt.

Dazu gehört die Angabe der Gesamtkosten und die Angabe samt Erläuterung des Verteilerschlüssels, die Mitteilung des auf den Mieter entfallenden Betrages sowie der Abzug seiner Vorauszahlungen (LG Itzehoe, Urteil vom 19. Dezember 2014, Az.: 9 S 3/14). Bei der Abrechnung des Heizölverbrauchs bedeutet das die summenmäßige Angabe der Verbrauchswerte und der dafür angefallenen Kosten (BGH, Urteil vom 25. November 2009, Az.: VIII ZR 322/08).

Alles Wichtige zur Heizkostenabrechnung finden Sie hier in einer Übersicht: Heizkostenabrechnung: A bis Z.

2. Heizölverbrauch richtig bestimmen: Angabe von Anfangs- und Endbestand

Damit der richtige Heizölverbrauch berücksichtigt werden kann, muss er auch ordnungsgemäß bestimmt werden: Bei der Nebenkostenabrechnung ist nur der Verbrauch der Mieter während des Abrechnungszeitraums als Heizölverbrauch maßgeblich.

Das bedeutet, dass nur das Heizöl, was tatsächlich von den Mietern während der Abrechnungsperiode verbraucht wurde, in der Nebenkostenabrechnung als Heizölverbrauch angesetzt werden kann.

Erforderlich ist dafür aber, dass bezüglich der verbrauchten Menge ein Anfangs- und Endbestand ausgewiesen wird. Nur so kann man den konkreten Heizölverbrauch herausfinden.

Beispiel: Im Jahr 2016 U hat der Vermieter Heizöl mit einem Lieferumfang von 1500 Litern Heizöl angekauft, im Jahr 2017 mit einem Lieferumfang von 3000 Litern. Zum 1.1.2017 waren 1000 Liter Heizöl im Tank. Zum 31.12.2017 befanden sich noch 2000 Liter Heizöl im Tank.

  • In der Nebenkostenabrechnung für das Jahr 2017 ist nun Folgendes anzugeben: der Anfangsbestand des Heizöls betrug 1000 l und der Endbestand betrug 2000 l. Der Zukauf von 3000 Litern Heizöl im Abrechnungszeitraum erhöht den Anfangsbestand auf 4000 l Heizöl. Bei einem Endbestand von 2000 l Heizöl bedeutet das, dass die Mieter 2000 m Heizöl während des Abrechnungszeitraums U verbraucht haben. Der Heizölverbrauch ist daher mit 2000 Litern anzugeben und abzurechnen.

Eine Nebenkostenabrechnung die bei den Heizkosten nur die Beträge des Heizölankaufs abrechnet, ist nicht wirksam. Der Mieter kann die Nebenkostenabrechnung dann bezüglich der Heizkosten als nicht ordnungsgemäß zurückzuweisen nach § 556 Abs. 3 Satz 5 BGB.

3. Berechnungsdetails und Rechnungen nicht zwingend erforderlich

Für eine ordnungsgemäße Abrechnung über Brennstoffkosten muss man keine Belege und Rechnungen beifügen. Außer der Mieter fordert ausdrücklich Belegeinsicht.

Nach Ansicht des Bundesgerichtshofs ist nämlich ein aus sich heraus vollständige Überprüfbarkeit der Angaben auf ihre materielle Richtigkeit nicht erforderlich, sondern bleibt einer auf Verlangen des Mieters zu gewährenden Belegeinsicht vorbehalten (BGH, Urteil vom 25. November 2009, Az.: VIII ZR 322/08).

II. Einzelverbrauch festlegen

Ist der gesamte Heizölverbrauch eines Mietshauses bestimmt, erfolgt die Umlage des Mieteranteils. Der Heizölverbrauch eines einzelnen Mieters ergibt sich dabei regelmäßig durch die Ablesewerte der Endgeräte beziehungsweise der Heizkörper.

III. Fazit

Für die ordnungsgemäße Abrechnung des Heizölverbrauchs bei der Nebenkostenabrechnung, bedarf es nur weniger Schritte. Entscheidend ist, dass nur der tatsächliche Verbrauch im Abrechnungszeitraum auf den Mieter umgelegt werden kann. Vermieter sollten sich daher immer am Anfangs- und Endbestand des Heizöltanks, mit den entsprechenden Zukäufen im Kalenderjahr orientieren.

39 Antworten auf "Wie wird der Heizölverbrauch bei der Nebenkostenabrechnung berücksichtigt?"

  • Monika Klassen
    29. März 2020 - 11:56 Antworten

    Guten Tag,
    bei der diesjährigen Nebekostenabrechnung ergibt sich zum Vorjahr ein Unterschied von fast 500 €, obwohl der Verbrauch fast gleich geblieben ist. Auf Nachfrage beim Vermieter wurde hierzu der drastisch erhöhte Ölpreis sowie eine Erhöhung der Gebäudeversicherung genannt. Ist das rechtens ?

    Vielen Dank.

    • Dennis Hundt
      29. März 2020 - 14:20 Antworten

      Hallo Monika,

      nehmen Sie Einblick in die Rechnungen und prüfen Sie die Aussage des Vermieters.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

  • Wolfgang
    17. August 2020 - 10:14 Antworten

    Bei uns wurde öfter nachgetankt, als eigentlich notwendig, die Restmengenermittlung dadurch nicht einfach durch Anfangs-Endmengen-Differenz zu ermitteln. Wie ist mit den Rechnungen und Füllungen umzugehen, die unterjährig erfolgen? Müssen alle Tankvorgänge vom Mieter getragen werden, selbst wenn auf Vorrat betankt wurde und der reale Ölverbrauch niedriger war?

    • Dennis Hundt
      17. August 2020 - 12:30 Antworten

      Hallo Wolfgang,

      es gilt “first in first out” und nur der Verbrauch zählt.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

  • Wolfgang
    17. August 2020 - 23:28 Antworten

    Hi Dennis, danke für die schnelle Antwort.

    Mein Problem ist, dass der Ölverbrauch pro Verbrauchseinheiten ggü den Vorjahren deutlich gestiegen ist.

    Beispiel:
    16/17 4500l für 25000 Einheiten
    17/18 4400l für 24000 Einheiten
    19/20 6400l für 27000 Einheiten

    Die Zahlen sind nur grob, Abrechner ist Ista. Ich verstehe nicht, wieso der Verbrauch pro Einheit plötzlich so hoch sein ist. Defekte Heizung? Falsch eingestellt? Was ist da plausibel? Oder doch eher ein Rechenfehler?

    • Dennis Hundt
      18. August 2020 - 20:14 Antworten

      Hallo Wolfgang,

      ich würde beim Vermieter erfragen, wie es zu den Abweichungen kommen kann. Alles andere sind nur Mutmaßungen.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

  • Beate
    15. September 2020 - 11:25 Antworten

    Hallo Dennis,

    bei uns im Haus gibt es vier Wohneinheiten, wovon drei bewohnt sind. Die Kellereinheit wird vom Vermieter als Lager benutzt und regelmäßig “trocken geheizt”. Wie können wir nachweisen, dass die gesamten Heizkosten der vier Einheiten nicht auf die restlichen drei Wohnungen umgelegt wurden? Gibt es neben den Gaszählern in den Wohnungen auch einen Zähler, der den Gesamtverbrauch an der Heizungsanlage feststellt, sodass man dann rückwärts rechnen kann? Wie viel Informationen bekommt die Ablesefirma für die Abrechnungserstellung? Erhält sie eine ausführliche Rechnung des Energielieferanten oder nennt der Vermieter einfach nur eine Summe?
    Viele Grüße

    • Dennis Hundt
      17. September 2020 - 20:06 Antworten

      Hallo Beate,

      wenn es einen Gas-Zentralheizung ist, dann müssen auch die Heizkörper im Keller mit Zählern / Erfassungsgeräten ausgestattet sein. Somit fließt der Verbrauch in die Gesamtabrechnung ein.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

  • Tolique Papadopoulos
    2. November 2020 - 20:09 Antworten

    Hallo Dennis,

    Wenn ich 2019 wenniger geheizt habe, aber die anderen Mieter mehr, so dass der Vermieter mehr Öl kaufen musste, zahle ich trotzdem mehr?
    Danke im voraus

  • Emilia
    13. November 2020 - 11:15 Antworten

    Hallo Herr Hundt,

    wir wohnen seit vielen Jahren in einem 3-Familienhaus. Beheizt wird dieses mit Öl. Die Abrechnung wurde stets ohne Belege von Betankungen etc. vorgenommen. Als Servicedienstleister ist Techem zwischengeschaltet. Die Angaben zu Öleinkauf, Wasserverbrauch und Füllstand des Tanks wird direkt vom Eigentümer an Techem weitergeleitet. Nun ist der Eigentümer sehr alt, wirklich schon auch in anderer Beziehung geistig verwirrt und überblickt offenbar seit langer Zeit weder die Rechnungen der Öllieferung (er tankt immer zeitgleich seine Tanks im eigenen Haus) noch ist er in der Lage, den Füllstand abzulesen. Angeblich “hängt” die Füllstandsanzeige permanent. Er hat also in den letzten Jahren im Grunde Phantasie- und (nachweislich) Falschangaben an Techem weitergeleitet, die Techemrechnungen stets eigenhändig verändert, überklebt und manipuliert vor Weitergabe an die Mieter und absolut nicht nachvollziehbare Angaben in vielen Bereichen gemacht. Die Heizmenge (Wärmemenge) lt. Ablesegeräten und der Warmwasserverbrauch im Haus sind über 10 Jahre nahezu gleichgeblieben, eher gesunken. Und die Heizperioden sind witterungsbedingt natürlich kürzer geworden. Nun ist auf Grund der Fehlangaben des Eigentümers über die letzten Jahre immer weniger Öl im Tank geblieben. Offenbar wurde weniger getankt als großzügig aufgerundet angegeben und der Füllstand über etliche Jahre geraten…. Ergebnis ist, daß sich im letzten Abrechnungsjahr der Ölverbrauch angeblich verdoppelt haben soll. Von etwa 3300 Litern (Durchschnitt der 6 Jahre vor den Unregelmäßigkeiten) auf 6000 Liter. So auch die Abrechnung. Und so die Behauptung der Dienstleister, die neuerdings die Heizungsabrechnung vermischt mit der Nebenkostenabrechnung zusammenstellen. Diese behaupten auch, sie könnten nur feststellen, wieviel verbraucht wird, wenn der Tank (10.000 Liter) stets am Ablesedatum komplett vollgetankt würde, da Tankmenge = Verbrauchsmenge. Kann man ja machen….wenn auch seltsam und in Hinblick auf eigentlich erforderlichen Betankungszeitpunkt bei niedrigen Ölpreisen auch sehr mieterunfreundlich. Alle Mieter im Haus halten dieses Vorgehen und die Art der Abrechnung für höchst unseriös und nicht verständlich. Zwei Mietparteien sind alte Leute, die nicht wagen, gegen die Unregelmäßigkeiten der Abrechnungen vorzugehen und auch absolut gar nicht verstehen, was da vor sich geht. Sondern zahlen, egal was gefordert wird, egal, ob das nachvollziehbar ist oder nicht. Ich finde das wirklich schlimm und natürlich gegen jegliche Vorschrift. Wie kann man gegen solche Eigentümer vorgehen? Diese behaupten, wir müssten glauben, was sie (vielleicht) tanken bzw. getankt haben und auch einfach hinnehmen, welche Phantasiefüllmenge an Techem weitergegeben wird und wurde. Sehe ich nicht so. Das ist in meinen Begriffen Betrug und gezielte Täuschung zum eigenen Vorteil.

    • Dennis Hundt
      13. November 2020 - 16:16 Antworten

      Hallo Emilia,

      danke für Ihren Beitrag. Da scheint einiges im argen zu sein. Ich machen es kurz: Sie haben Anspruch darauf die Rechnungen der Heizöllieferungen einzusehen und ebenso die Ableseprotokolle.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

  • Rümy
    2. Dezember 2020 - 01:16 Antworten

    Hallo Dennis,
    muss der Vermieter einen Zähler einbauen ? Mein Vermieter hat uns vorgeschlagen, dass wird die Ölkosten einfach halbieren sollen ohne einen Zähler einzubauen. Er hat für 3000€ Öl getankt. 42€ pro Monat oder 1500€ für die drei Jahre, würde er dann verlangen. Macht das Sinn?
    Würde mich über eine Antwort freuen.

    Liebe Grüße
    Rümy

    • Dennis Hundt
      3. Dezember 2020 - 08:23 Antworten

      Hallo Rümy,

      der Vermieter ist an die Heizkostenverordnung (Abrechnung mit Zählern) gebunden. Eine Ausnahme besteht dann, wenn es sich um ein Zweifamilienhaus handelt, in dem der Vermieter selber wohnt.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

  • Bernstein
    3. Dezember 2020 - 23:36 Antworten

    Der Vermieter (riesen Konzern) gibt seit 2 Jahren keinen Endbestand vom Vorjahr an und jetzt auch keinen Restbestand zum Jahresende. Es werden nur die Betankungen aufgeführt.

    • Dennis Hundt
      4. Dezember 2020 - 09:00 Antworten

      Hallo Frau Bernstein,

      erfragen Sie, den Anfangs- und Endbestand. Diese scheinen ja bekannt zu sein oder wurden die Betankungsrechnungen abgerechnet?

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

  • Sascha
    26. Januar 2021 - 20:36 Antworten

    Hallo. Ich bin im April ausgezogen (habe vier Monate dort gewohnt) und habe die Nebenkostenabrechnung im Folgejahr erhalten. Muss der Vermieter mir den Ölpreis für die vier Monate berechnen zumal am 1.1. noch eine Restmenge im Tank vorhanden war- er aber am 1.7. nachgetankt hat; und mir tatsächlich den Durchschnittspreis der verbrauchten Ölmengen von 1.1. bis 31.12. für dir vier Monate berechnet. Darf er mit einem Jahresdurchschnittspreis abrechnen? Danke im Voraus.

  • SAP
    14. Juni 2021 - 18:52 Antworten

    Hallo zusammen,

    unsere Verwaltung hat mit der Abrechnung für das Jahr 2020 einmal den Verbrauch und erneut den Bestand am Jahresende (welcher ja bereits bezahlt ist) berechnet. Begründung : es handle sich um eine komplizierte Gesetzesänderung und im nächsten Jahr würde das erstattet. Ich habe dazu nichts im Internet gefunden und die Aussagen sind alles andere als Valide. Es handelt sich um eine WEG. Die Belastung betrifft wohl auch nur die Eigentümer.

    MfG

    Stephan

    • Dennis Hundt
      14. Juni 2021 - 20:41 Antworten

      Hallo Stephan,

      ohne detaillierte Information kann ich Ihnen hier per Kommentar leider nicht helfen.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

  • Lisa
    8. November 2021 - 16:21 Antworten

    Guten Tag,

    wir wohnen in einem 2-Parteienhaus mit der Vermieterin im Haus. Sie berechnet die Öllieferungen so wie gekauft. Früher gab es zwei Lieferungen / Jahr, berechnet hat sie die Lieferungen über den Winter zusammen in dem ersten Jahr (z.B. in 2015 September 2015 u. März 2016). 2020 und 2021 gab es je eine größere Lieferung. Für das Jahr 2020 berechnet sie nun sowohl die große Lieferung in November 2020 als auch die in Oktober 2021.
    Ist das richtig?? Nach meiner Auffassung gehört die Lieferung 2021 in die Nebenkosten von 2021.#

    Viele Grüße,
    Lisa

    • Dennis Hundt
      8. November 2021 - 16:48 Antworten

      Hallo Lisa,

      m.E. muss der Vermieter den Jahresverbrauch bestimmen und kann diesen Verbrauch dann mit “first in, first out” auch ohne Berücksichtigung der Heizkostenverordnung abrechnen.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

      • Lisa
        14. November 2021 - 19:59 Antworten

        Hallo Herr Hundt,

        hmm, das verstehe ich als Laie leider nicht (first in, first out) – können Sie das weiter erläutern?

        Ich dachte bisher, dass der Vermieter eines 2-Parteienhauses, in dem er selbst wohnt, nach Lieferungen und nicht Jahresverbrauch berechnen kann – ist das so nicht richtig?

        Viele Grüße,
        Lisa

        • Dennis Hundt
          14. November 2021 - 22:08 Antworten

          Hallo Lisa,

          suchen Sie am besten nach “first in, first out” – Sie finden gute Erklärungen. Zuerst gekauftes Öl wird zuerst benutzt und abgerechnet.

          Viele Grüße

          Dennis Hundt

  • Xaver Schmid
    6. Januar 2022 - 17:41 Antworten

    hallo Herr Hundt,

    bei Einzug des Mieters (vor 8 Jahren) haben wir den Heizölstand dokumentiert. Bisher habe ich in den Nebenkostenabrechnungen immer die Kosten für die jährliche Heizölbetankung an den Mieter weiterverrechnet.
    Eine Dokumentation des Heizölbestands zum jeweiligen Jahresbeginn gibt es nicht.
    In 2021 haben wir kein Heizöl getankt, da wir einen 4.000l Tank haben.
    Natürlich hat der Mieter aber in 2021 Heizöl verbraucht.
    Kann ich für 2021 Heizölkosten verrechnen?
    Falls ja, welchen Verrechnungsmodus kann ich ansetzen, z.B. durchschnittlicher Jahresverbrauch der letzten Jahre?

    viele Grüße
    Xaver

    • Dennis Hundt
      6. Januar 2022 - 20:12 Antworten

      Hallo Xaver,

      Sie müssen jedes Jahr den Jahresverbrauch abrechnen. Bei den anzusetzenden Kisten gilt “First In First Out”. In der aktuellen Lage wird es kompliziert. Am besten Sie finden ein einvernehmliche Lösung mit dem Mieter.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

  • Xaver Schmid
    6. Januar 2022 - 21:03 Antworten

    Hallo Herr Hundt,

    vielen Dank für die prompte Antwort.

    Nachdem wir in ein paar Jahren eine neue/andere Heizung (nicht mehr Heizöl) einbauen möchten, werden wir wahrscheinlich zukünftig kein Heizöl mehr nachfüllen.
    Dann müssten wir ja irgendwann eine Abrechnung machen, quasi Kosten für Auffüllung auf den Anfangsbestand.

    Hätten Sie einen Tipp, wie man da pragmatisch vorgehen bzw. was ich meinem Mieter anbieten könnte?

    vielen Dank schon mal für Ihre Unterstützung

    mfg
    Xaver

  • C. Meier
    7. Februar 2022 - 10:49 Antworten

    Hallo Herr Hundt,

    ich rechne derzeit erstmalig die Nebenkosten für die Mieter meiner Großmutter ab und bin auf diese Seiter gestoßen.

    Zu Ihrem o.g. Beispiel habe ich eine Frage: der Verbrauch in 2017 betrug 2000 Liter. Mit welchem Preis ist dieser Verbrauch nun zu bewerten? 1500 Liter zum Preis der Anschaffung in 2016 und die restlichen 500 Liter zum Preis der Anschaffung in 2017?

    ich befürchte, dass in unserem Fall in der Vergangenheit falsch abgerechnet wurde… Es wurde regelmäßig zum Ende des Jahres bzw. Anfang des Folgejahres getankt und mit den Rechnungen abgerechnet. Durch dieses Vorgehen konnte zwar der jährliche Verbrauch ermittelt werden, jedoch durfte m.E. nicht mit den aktuellen Rechnungsbeträgen gerechnet werden.

    In meinem Fall müsste ich ja nun die im Januar getankte Menge Heizöl mit den Preisen aus der Vergangenheit zurückverfolgen bis die getankte Menge erreicht ist. Oder habe ich nun einen Denkfehler?

    • Dennis Hundt
      7. Februar 2022 - 12:39 Antworten

      Hallo C. Meier,

      es gilt “first in – first out”. Der Bestand im Tank ist mit den Kosten der letzten Betankung anzusetzen. Fehler in der Vergangenheit sind natürlich problematisch und schwierig auszugleichen.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

  • Quintel Hermann
    12. März 2022 - 09:43 Antworten

    Hallo zusammen,
    Wir wohnen in einem Zwei-Familienhaus zur Miete mit einer Zentral-Ölheizung,der Vermieter wohnt mit im Haus.
    An unseren Heizkörpern sind keine Messgeräte bzw. Erfassungsgeräte angebracht, ist das rechtens???
    Darf der Vermieter die eingekaufte Ölmenge dann durch zwei teilen und uns in Rechnung stellen???
    Währe nett wenn mir hierzu jemand Auskunft geben könnte.

    Viele Grüße
    Hermann

    • Dennis Hundt
      13. März 2022 - 08:28 Antworten

      Hallo Quintel,

      bei einem Zweifamilienhaus, in dem der Vermieter eine Wohnung selbst bewohnt, muss der Verbrauch des Mieters tatsächlich nicht erfasst werden und die Heizkostenabrechnung muss nicht nach Verbrauch erfolgen. Die Heizkostenverordnung vereinfacht in diesem Fall die Abrechnung. Siehe auch folgende Artikel: Anwendung der Heizkostenverordnung im Zweifamilienhaus?

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

  • Julia Müller
    14. März 2022 - 16:49 Antworten

    Hallo zusammen,

    Wir haben soeben unsere Nebenkostenabrechnung von letztem Jahr bekommen. Darin wird der durchschnittliche Verbrauch der letzten fünf Jahre als Grundlage genommen und ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich höher, obwohl unsere Heizung oft nicht funktionierte und es ein milder Winter war. In dem Haus wohnten wir und der Vermieter. Meine Frage ist, ist es rechtens, dass nicht der tatsächliche Verbrauch genutzt wird, sondern der durchschnittliche Verbrauch von fünf Jahren?

    Vielen Dank für eine kompetente Auskunft.

    MfG

  • Stefan Niederecker
    24. März 2022 - 13:33 Antworten

    Hallo Herr Hundt,

    ich habe am 31.12.2021 leider vergessen den Endbestand am Heizöltank abzulesen. Wie kann ich den Endbestand rechnerisch oder näherungsweise ermitteln, sodass meine Heizkostenabrechnung konform ist?

    Vielen Dank
    VG
    Stefan

    • Dennis Hundt
      24. März 2022 - 15:50 Antworten

      Hallo Stefan,

      das ist nicht gut und wird dazu führen, dass ihren Mietern einen 15-prozentiges Kürzungsrecht zusteht. Ein Ansatz wäre vielleicht die Herleitung über Gradtagszahlen.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

  • Pascal
    24. März 2022 - 14:13 Antworten

    Guten Tag,
    Ich bräuchte mal Hilfe.
    Folgens, es gibt eine Zentrale Ölheizung Tank Volumen 400 Liter.
    Diese Heizung läuft über zwei Häuser es existiert kein Zwischenzähler oder überhaupt irgendein Ablesegerät wo man sehen kann wieviel nun welches Haus verbraucht hat.
    Nun zu dem Problem, Wir sind Mieter haben eine Wohnfläche von 140qm und unser Vermieter verlangt nun, dass wir 70% und er 30% für die Befüllung des Tanks übernehmen.
    dabei ist das zweite Haus ein Ferienhaus mit einer Wohnfläche von über 200qm was regelmäßig besetzt ist von Feriengästen.

    ist es rechtens das er nun von uns verlangt, dass wir 70% nun Zahlen sollen ?
    4000 Liter kosten momentan ca 6800 Euro.

    Zumal wir ja keine 2800 Liter im Jahr verbrauchen. denn 70% ergeben 2800 Liter.

    wie kann man da gegen angehen im Mietvertrag steht auch nichts das wir 70% zahlen sollen da steht nur 180Euro Betriebskosten.

    Liebe Grüße
    Pascal

    • Dennis Hundt
      24. März 2022 - 15:49 Antworten

      Hallo Pascal,

      ich gehe davon aus, dass der Vermieter nach der Heizkostenverordnung abrechnen muss. Prüfen Sie das. D.h., er müsste verbrauchsabhängig abrechnen. Kann er nicht verbrauchsabhängig abrechnen, haben Sie bei einer Schätzung einen 15-prozentiges Kürzungsrecht. Lassen Sie sich von ihrem Vermieter herleiten, wie er auf diese Rechnung kommt.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

  • Stefanie
    6. April 2022 - 09:01 Antworten

    Hallo,
    es soll zukünftig eine DHH vermietet werden mit eigener Ölheizung. Der Anfangsbestand ist bekannt; jedoch nicht der Preis. Wie ist hier vorzugehen bei der Abrechnung?
    Also wenn aktuell 1500l noch im Tank sind und diese als erstes verbraucht und angesetzt werden; mit welchem Preis dürfen diese abgerechnet werden?

    Bzw. welche Abrechnungsweise wird empfohlen? Wir als Vermieter tanken und lesen die Verbräuche ab und rechnen gemäß der Rechnungen ab oder der Mieter darf tanken, wenn er will und muss bei Auszug das Haus mit dem Anfangsölbestand zurückgeben?

    Vielen Dank vorab und viele Grüße
    Stefanie

    • Dennis Hundt
      6. April 2022 - 10:58 Antworten

      Hallo Stefanie,

      wenn Sie den Anfangsbestand abrechnen wollen, sollten Sie auch den Ankaufspreis irgendwie nachweisen können. Das kann mit einer Rechnung geschehen, das könnte m.E. aber auch der aktuelle Ölpreis beim Erwerb der Doppelhaushälfte sein. Irgendwie muss das für die Mieter nachvollziehbar sein.

      Beide Varianten wären möglich – Sie tanken oder der Mieter tankt. Treffen Sie hier sinnvolle und rechtlich korrekte Vereinbarungen im Mietvertrag. Bei Abrechnung durch Sie gilt “„First in – First out”.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

      • Stefanie
        27. April 2022 - 10:27 Antworten

        Hallo,
        es wird eine DHH mit Ölheizung vermietet. Aktuell befinden sich 1000l im Tank. Der Mieter war bei der Besichtigung damit einverstanden, dass das Haus bei Auszug mit dem Ölanfangsbestand zurückzugeben ist. Welche Probleme könnte es geben, wenn der Mieter auszieht und der Tank beispielsweise noch voll ist? Bin ich als Vermieter verpflichtet, die Mehrmenge abzukaufen? Ist die Vereinbarung rechtlich korrekt für beide Seiten, dass der Tank mit der Menge zu übergeben ist wie bei Einzug?
        Vielen Dank für Ihre Antwort
        Stefanie

        • Dennis Hundt
          27. April 2022 - 19:46 Antworten

          Hallo Stefanie,

          diese Wirksamkeit der Klausel sollten Sie rechtlich prüfen lassen. Aber im Grunde spricht ja auch nichts gegen einen angemessenen Ausgleich in Richtung Mieter.

          Viele Grüße

          Dennis Hundt

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